Wasalauf - Wenn fürs Wachsen locker 100 Euro draufgehen

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Karsten
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Wasalauf - Wenn fürs Wachsen locker 100 Euro draufgehen

Beitrag von Karsten »

Am Freitag beginnt mit der traditionellen Wasalaufwoche einer der größten Sportveranstaltungen Schwedens. Tausende, ob jung, alt, Profi, Amateur, Mann oder Frau versammeln sich in Sälen in der Provinz Dalarna, um sich ausgiebig dem Langlauf hinzugeben. Immer wichtiger wird dabei – egal für wen – die richtige Ausrüstung. Und die wird von Jahr zu Jahr immer spezialisierter und auch immer kostspieliger.

Der Urvater des Wasalaufs, König Gustav Wasa, soll seinen Häschern noch auf gewöhnlichen Holzlatten in Dalarna entkommen sein. Die würden aber für Rolf und Rikard schon lange nicht mehr genügen. Die beiden trainieren auf einer Loipe außerhalb Stockholms und diskutieren Klebebeläge, die speziell abgestimmt auf Ski und Schneeverhältnisse, das Langlaufen noch viel schneller machen sollen. Aber alles hat seinen Preis, wie Rolf feststellt: „Vor allem das Wachs ist immer teurer geworden. Das kann bis über 100 Euro kosten. Und das nur für einen Lauf. Ski und Stöcke hat man ja länger. Aber Wachs, das ist ja für unterschiedliche Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und und und.“

Alles wird immer spezialisierter. Die technische Entwicklung geht schnell voran und mit ihr einher die der Wettbewerbe. Längst ist der Wasalauf nicht mehr das eine klassische Rennen am ersten Sonntag im März zwischen Sälen und Mora. Es ist vielmehr zu einem Event geworden. Mit Kurz-Wasa, Offener Loipe, Frauen-Wasa, Skate-Wasa, Jugend-Wasa und Staffel-Wasa wird eine ganze Woche ausgefüllt.

Langlauf-Boom

Langlaufen erlebt in Schweden und gerade in Stockholm einen Boom. Die letzten Winter waren schneereich und viele lockt es gerade am Wochenende auf die vielen Loipen rund um die Stadt. Dazu wird dann die richtige Ausrüstung benötigt. Erika hat sich gerade versorgt: „Ich war gestern im Sportgeschäft und es ist schon nicht mehr viel in den Regalen. Dennoch sind gleich 400 Euro weg. Wenn man nicht zum allerbilligsten für ein Startpaket greift.“

Im Durchschnitt gibt der Schwede im Jahr knapp 90 Euro pro Kopf an Sportausrüstung aus. Tendenz steigend, da das Equipment immer ausgefeilter und den persönlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen angepasst ist, wie auch Erika weiß: „Vor allem muss man ja immer alles persönlich abgestimmt haben. Da kann man nicht mal was ausleihen. Das ist ans Gewicht angepasst. Das hatte ich nicht erwartet.“

Viele geben sich dem Wahn der ständig wechselnden Ausrüstungsgegenstände hin, wie etwa Christer, der im Sportgeschäft nach einer Schlittschuhlaufausrüstung sucht. „Ich fahr darauf ab. Wenn man viel Equipment hat, wird das Training ansprechender“, gibt Christer zu. Aber auch für ihn gibt es Grenzen. „Neulich habe ich einen Skihelm mit eingebauter Freisprechanlage gesehen. Das ist wohl etwas überflüssig.“

Sportgeschäfte sahnen ab

Freuen dürfen sich vor allem die Sportausrüster. Anders Engström leitet ein Sportgeschäft in Stockholm und rechnet vor, was eine Grundausrüstung für den Wasalauf kostet: „Wenn man den Wasalauf absolvieren will, braucht man vor allem gute Skistiefel. Die müssen gut sitzen. Die kosten dann mehr als 100 Euro. Es gibt billigere, aber die sitzen dann nicht gut und geben keine Stabilität. Ski kosten wohl so rund 200 Euro. Stöcke braucht man auch. Je mehr man bezahlt desto leichtere Stöcke bekommt man. Normale Stöcke liegen zwischen 50 und 150 Euro. Alles zusammen kommt man schon auf 300-400 Euro.“

Stöcke für 300 Euro

Man kann aber auch kräftiger zulangen. Allein Stöcke für 300 Euro sind auch möglich, so Engström. Es sei an alle Bedürfnisse gedacht und kein Ausrüstungsgegenstand wirklich überflüssig.

„Das Langlaufen wird ja schöner, wenn man nicht friert. Dafür gibt es Wärmeüberzüge für die Schuhe. Wenn man kalte Füße hat, ist das notwendig. Oder auch der Trinkgürtel. Wir haben keine unnötigen Produkte. Sie erhöhen nur den Wert des Erlebnisses. Alles hat hier seinen Nutzen“, meint Engström

Hinzu kommt dann noch die Bekleidung. Langlaufen ist schon lange kein billiger Sport mehr, aber dennoch Volkssport, wie Engström zufrieden feststellt: „Wir freuen uns darüber, dass das Interesse ständig steigt. Wir glauben, dass das jedes Jahr nachlässt. Aber dann kommen die Leute und wollen noch bessere Ausrüstung, weil man entdeckt hat, dass dies ein toller Sport ist, der ähnlich wie Schwimmen den ganzen Körper trainiert. Viele sehen die Nachbarn oder Freunde Langlaufen und wollen dann auch trainieren.“

Ach ja – da war ja noch das Training. Denn ohne ausreichende Vorbereitung sind auch bei bestem Equipment die 90 Kilometer zwischen Sälen und Mora nicht zu schaffen.

(Quelle: Radio Schweden)
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