ham13 hat geschrieben:Ist die Krankenversicherung besser oder schlechter als in D ? Welche Leistungen werden dort erbracht, muss man in Schweden beim Arzt oder Zahnarzt auch Zuzahlungen machen bzw. bei Apotheken extra bezahlen ?
Die KV ist eines der heiß diskutiertesten Themen.
Die Leistungen der Krankenkasse an sich sind nicht schlecht und auch die Qualität der Behandlung nicht. Jedoch sind die Wartezeiten im Gesundheitssystem oft ein Problem. Das Soll bei Spezialbehandlungen sind 3 Monate Wartezeit, und selbst das wird in rund einem Viertel der Fälle nicht erreicht. Es gibt allerdings leichte regionale Unterschiede.
Es gibt nur eine Krankenversicherung, die Försäkringskassan, und die ist für ihre gemächliche Arbeitsweise bekannt. Allerdings ist man davon meist nicht unmittelbar betroffen, weil man beim Arzt einfach die Personnummer angibt und fertig.
Den Zahnarzt trägt man größtenteils selbst. Vom Staat erhält man pro Jahr je nach Alter so um die 300 kr Zuzahlung. Sobald die jährlichen Behandlungskosten 3000 kr überschreiten, erhält man für die darübergehenden Kosten einen Zuschuss von 50%. Ab einer weiteren Grenze wird noch mehr getragen. Grob gesagt blecht man bis 300 € also praktisch alles selbst und auch danach bremst es sich erst nach und nach ein.
Bei Apotheken gibt es eine Kostendeckelung. Man zahlt zu, bis 90 € im Jahr erreicht sind.
Für die Praxisgebühr gilt im Wesentlichen das gleiche: man zahlt für jeden Arztbesuch einen bestimmten Festbetrag, bis man die Deckelungsgrenze erreicht hat.
Man kann auch Zusatzversicherungen bei privaten Anbietern abschließen, um zusätzliche Leistungen zu erhalten oder von den genannten Kosten verschont zu bleiben.
Ein Wort noch zur Lohnfortzahlung: es gibt den sogenannten Karenztag - d.h. man erhält am ersten Tag einer krankheitsbedingten Abwesenheit von der Arbeit weder Geld vom Arbeitgeber noch Geld vom Staat.