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Frage zum Nebenjob
Verfasst: 23. Januar 2009 17:45
von Gast
Hi
Ich hab da mal ne Frage.Wie ist das mit der Nebenbeiarbeit in Schweden.
Ich bin Klempner und möchte soviel wie möglich dazu verdienen.Ziehe im
Juni nach Kalmar.Gibt es in Schweden auch Schwarzarbeit oder ist es dort
anders?
Vielen Dank
Verfasst: 23. Januar 2009 18:15
von Stockholmsbo
Hej,
klar gibt´s hier Schwarzarbeit. Jedenfalls da wo ich wohne. Ist aber sicher gefährlicher als in D.
Verfasst: 23. Januar 2009 21:07
von hansbaer
Was ist denn das für eine Frage bitteschön?
Wenn du nicht bereit bist, hohe Steuern zu zahlen, solltest du erst gar nicht nach Schweden kommen.
Die nicht untypische deutsche Einstellung, das jeder Steuereuro eigentlich ein geklauter Euro ist, solltest du jedenfalls an der Grenze ablegen. Natürlich gibt es in Schweden Schwarzarbeit, aber wenn du hier Absolution für das erhalten willst, bist du glaube ich falsch hier. Die Schweden stehen hinter ihrem Steuersystem und dem ausgeprägten Wohlfahrtsstaat, der nunmal sein Geld kostet. Im Übrigen ist die Lohnspreizung gering genug, dass man auch im normalen Lohnbereich ganz passabel leben kann.
Verfasst: 23. Januar 2009 22:14
von nightbow
(gelöscht)
Verfasst: 23. Januar 2009 23:47
von sysco
Mit Schwarzarbeit wird eines der wichtigsten Eigenschaften Schwedens untergraben: das sich gegeseitige Vertrauen.
Wenn man betrügen will, sollte man in DE bleiben. Wenn man ein vernünftiges Leben führen will und nichts dagegen hat, daß es anderen auch ähnlich gut geht, dann ist man in SE richtig.
Verfasst: 24. Januar 2009 01:34
von nightbow
(gelöscht)
Verfasst: 24. Januar 2009 02:21
von nightbow
(gelöscht)
Verfasst: 24. Januar 2009 08:59
von sysco
nightbow hat geschrieben:da es ohne steuerberater und ohne hinreichendes bildungslevel wohl kaum möglich ist eine steuererklärung für seine firma abzugeben.
Mein Finanzamt hat mir mal gesagt, daß sie mir nicht zu viel erklären dürfen, sonst nehmen sie den Steuerberatern die Arbeit weg. 3x darfst du raten, was ich rein aus Selbstachtung nicht getan habe...
Es ist auch pure Energie- und Zeitverschwendung für mich, mich damit zu beschäftigen. Ich bin nicht Geldfokussiert. In derselben Zeit könnte ich Dinge machen, die mir viel mehr bringen. Eine komplizierte Steuererklärung ist ein versteckter Ressourcenklau.
(Bei allem Respekt der verstorbenen Person gegenüber und ich will seine Würde auch gar nicht berühren: aber der kürzlich verstorbene deutsche Milliardär Merckle hat sich so ein Imperium aufgebaut und im hohen Alter an Fehlspekulationen und den Banken gescheitert. Das zeigt mir eindeutig: Geld allein macht nicht glücklich. Dieses dem Geld hinterher rennen hat sich zu einer seltsamen Kultur entwickelt.)
Verfasst: 24. Januar 2009 09:08
von duw
schwarzarbeiten würde ich nicht. besorg dir doch einen F skatt sedel.damit kannst du überall offiziell arbeiten. schreibst deine eigenen rechnungen und versteuerst alles selber. machen wir jetzt auch. ist in schweden ganz einfach.
Verfasst: 24. Januar 2009 11:03
von Framsidan
In ein anderes Land ziehen und gleich mit Schwarzarbeit/Steuerhinterziehung anfangen, also gegen die Gesetze verstossen.
Find ich schon sehr stark daneben.
Verfasst: 24. Januar 2009 11:33
von teddybjörn
kann mich da Framsidan nur anschließen!
Verfasst: 24. Januar 2009 11:51
von sysco
Solche Fragen kann man auch nur schadlos stellen, wenn man quasi anonym ist - wie in einem Forum.
Also genau solche Leute braucht Schweden nicht, die nur cheaten im Kopf haben.
Verfasst: 24. Januar 2009 16:51
von filainu
hansbaer hat geschrieben:Was ist denn das für eine Frage bitteschön?
Wenn du nicht bereit bist, hohe Steuern zu zahlen, solltest du erst gar nicht nach Schweden kommen.
Die nicht untypische deutsche Einstellung, das jeder Steuereuro eigentlich ein geklauter Euro ist, solltest du jedenfalls an der Grenze ablegen. Natürlich gibt es in Schweden Schwarzarbeit, aber wenn du hier Absolution für das erhalten willst, bist du glaube ich falsch hier. Die Schweden stehen hinter ihrem Steuersystem und dem ausgeprägten Wohlfahrtsstaat, der nunmal sein Geld kostet. Im Übrigen ist die Lohnspreizung gering genug, dass man auch im normalen Lohnbereich ganz passabel leben kann.
Also was heißt denn hoch? da bezahlt man doch in deutschland mehr, habe hier mal irgendwo gelesen, das man als selbstständiger ca. 50 Prozent abgibt, das ist ja harmlos gegenüber Deutschland, wenn du hier eine gut laufende Firma hast
Verfasst: 24. Januar 2009 18:30
von Framsidan
sysco hat geschrieben:Also genau solche Leute braucht Schweden nicht, die nur cheaten im Kopf haben.
Ja sådana kan vi vara utan
Aber jetzt muss ich Handball schauen, Schweden - Frankrike
Elisabeth
Verfasst: 24. Januar 2009 20:52
von hansbaer
[quote="filainuAlso was heißt denn hoch? da bezahlt man doch in deutschland mehr, habe hier mal irgendwo gelesen, das man als selbstständiger ca. 50 Prozent abgibt, das ist ja harmlos gegenüber Deutschland, wenn du hier eine gut laufende Firma hast[/quote]
Die Steuerlast in Schweden ist schon höher - man tendiert dazu, zu vergessen, dass es keine Freibeträge wie in Deutschland gibt und die Mehwertsteuer deutlich höher ist.
Verfasst: 24. Januar 2009 20:57
von sysco
Framsidan hat geschrieben:Ja sådana kan vi vara utan
Precis. Det finns inte för mycket människor i sverige men kanske för mycket dåliga - framförallt från utland.
Det är roligt att skriva på svenska här. Hoppas utan fel.
Framsidan hat geschrieben:Aber jetzt muss ich Handball schauen, Schweden - Frankrike
Ich glaube, das habe ich eben bei SVT P 4 gehört - so im Halbschlaf.
Verfasst: 25. Januar 2009 12:13
von filainu
hansbaer hat geschrieben:
Die Steuerlast in Schweden ist schon höher - man tendiert dazu, zu vergessen, dass es keine Freibeträge wie in Deutschland gibt und die Mehwertsteuer deutlich höher ist.
also mehrwertsteuer kannst du nicht mitzählen, die ist ja für einen Unternehmer ein durchlaufender Posten, aber dafür gibt es ja in schweden einige andere Steuern nicht, die du in D auch noch berappen mußt
Und mal ehrlich, Spitzensteuersatz 45 Proent zuzüglich gewerbesteuer ca. 13 Prozent (und die kannst du nicht mal mehr als ausgabe geltend machen)
Und nicht zu vergessen, was einen sonst noch treffen kann
Grundsteuer
Hundesteuer
Grunderwerbssteuer
Ökosteuer
KfZ Steuer
Mineralölsteuer
und das schlimmst ist die doppelbesteuerung, erst zahlst du gewerbesteuer, und auf das was dann noch übrig bleibt noch zusätzlich einkommenssteuer, bzw. da die gewerbesteuer jetzt nicht mehr absetzbar ist, zahlst du auf deinen gewinn gewerbesteuer und einkommenssteuer.
und durch die blöde Progression weißt du nie, wo du nun rauskommst, also ganz schwer kalkulierbar. In schweden weißt du wenigstens von vorn herein wieviel steuern anfallen und kannst diese entsprechend mit kalkulieren
Verfasst: 25. Januar 2009 12:28
von hansbaer
Stimmt - ich hatte an den Privatmann gedacht, der eigentlich hier nicht gemeint war.
Ich bin auch ein Freund des schwedischen Systems - es ist einfach und man braucht keinen Steuerberater.
Viele der Steuern, die du ansprichst, gibt es in Schweden auch.
filainu hat geschrieben:
Und nicht zu vergessen, was einen sonst noch treffen kann
Grundsteuer
Gibt es in Schweden meines Wissens in ähnlicher Form auch - für ein Haus zahlt man um die 6000 kr pro Jahr, wenn ich mich erinnere.
filainu hat geschrieben:
Hundesteuer
Grunderwerbssteuer
Keine Ahnung - hatte noch nie einen Hund und habe auch noch keinen Grund erworben
filainu hat geschrieben:
Ökosteuer
KfZ Steuer
Mineralölsteuer
Die Besteuerung von Benzin etc. ist in Schweden ungefähr genauso hoch wie in Deutschland. Natürlich schwanken die Spritpreise, momentan auch durch den Kronenkurs, aber im großen und ganzen ist das Niveau ähnlich.
Was die Kfz-Steuer angeht, kann man das nicht direkt vergleichen, aber soweit ich weiß, ist die Steuer in Schweden nicht niedriger.
Auch hat das schwedische System vergleichweise wenige Möglichkeiten, Ausgaben abzusetzen. In Deutschland wird ja jeder Bleistift als Werbungskosten und jeder Döner als Geschäftsessen deklariert.
Da bin ich mir nicht so sicher, ob ein steuertechnisch mit allen Wassern gewaschene Selbständige in Deutschland effektiv nicht weniger zahlt als ein Schwede. Der Vergleich ist aber schwer, weil die Grundlagen verschiedene sind.
Verfasst: 25. Januar 2009 12:29
von nightbow
(gelöscht - sorry leute)
Verfasst: 25. Januar 2009 13:47
von filainu
ja, so gesehen hast du recht, wenn man vom gleichen bruttoverkaufspreis ausgeht. Bei einem S3elbstständigen rechnet man ja eh nur mit dem nettopreis, denn nur das ist ja im endeffekt seine einnahme, die Umsatzsteuer darauf erhebt er ja nur fürs Finanzamt, das heißt, er ist geldeintreiber fürs finanzamt.
Übrigens, wenn man unseren 3 Jährigen sohn fragt, welches das schlimmste wort ist, was er kennt, sagt er stets: Finanzamt

Verfasst: 26. Januar 2009 01:15
von Uffe
sysco hat geschrieben:... aber der kürzlich "verstorbene" deutsche Milliardär ...
Tja, hätte er in Schweden gelebt und brav seine Steuern bezahlt, könnte er jetzt sein Rentenalter genießen. Angeln, Golf spielen...
Warum funktioniert das System der Kranken - und Rentenversicherung in Deutschlánd nicht mehr?
Weil es immer Mehr "Geldsäcke" gibt, die sich aus der Solidargemeinschaft verabschieden, dass heisst, viel mehr Geld verdienen, als der arbeitende Durchschnittsbürger und keinen "Pfennig" von ihren Millionen in eben dieses Solidarsystem investieren. Wenn sich ein Milliardär vor einen fahrenden Zug wirft, hat er mindestens zwei sehr schwere Fehler im Leben gemacht.
Nichts gegen eine private Zusatzversicherung. Die kann ich mir zum Glück noch leisten, da ich seit 35 Jahren versicherungspflichtig arbeite, aber:
Damit diese Solidargemeinschaft funktioniert, muss jeder seinen Beitrag dazu leisten, d.h., einen gewissen Grundbetrag einzalhlen und dafür einen Anspruch auf eine Grundversorgung haben.
Wenn Du mit z.B. 30 Jahren in eine private Krankenkasse wechselst, ist der Beitrag natürlich unschlagbar günstig gegenüber der "Gesetzlichen". Warte mal ab, was passiert, wenn Du älter wirst und schwer erkrankst. Dann steigen die Beiträge ins ...
In Schweden sind die Sozialversicherungsbeiträge in der Steuer enthalten. Wenn man arbeitet und einzahlt ist man auch versorgt, wenn es darauf ankommt - fast so gut wie in D.
"Lieber" Gast: Das Zitat von sysco habe ich bewusst verfälscht uns aus dem Zusammenhang gerissen! Warum? Siehe oben!
Auf die Gefahr hin, dass ich als "Stänkerer" aus dem Forum fliege:
Mit deiner Frage hast du weder in S noch in D eine Chance, als vollwertiges Mitglied einer verantwortungsbewussten Gesellschaft akzeptiert zu werden!
HEJ DÅ !

Verfasst: 26. Januar 2009 10:53
von hansbaer
Uffe hat geschrieben:
Tja, hätte er in Schweden gelebt und brav seine Steuern bezahlt, könnte er jetzt sein Rentenalter genießen. Angeln, Golf spielen...
Nein, er würde erst gar nicht mehr in Schweden leben. Die Reichen dieses Landes wandern nicht selten ab - der IKEA-Chef wohnt beispielweise in der Schweiz.
Uffe hat geschrieben:
Warum funktioniert das System der Kranken - und Rentenversicherung in Deutschlánd nicht mehr?
Das funktioniert schon noch, nur steht das Rentensystem seit einigen Jahrzehnten auf einer Basis, bei der man genau weiß, dass sie nicht zu halten ist.
Die Krankenversicherung funktioniert im Allgemeinen auch, aber du hast in Bezug auf Solidarität vollkommen recht. Es kann nicht sein, dass sich die Reichen aus der Gemeinschaft verabschieden. Die gerade in Kraft getretene Gesundheitsreform soll das ja verbessern. Übermäßig viel versprechen tue ich mir nicht, aber mit dieser Reform werden erstmals die privaten dazu gezwungen, jeden anzunehmen und nicht nur die, die alle gerne hätten.
Und ehrlich gesagt ist das zwar mit der steuerfinanzierten Krankenversicherung schön und gut, aber wenn man in so einem System Monate auf eine normale Behandlung warten muss, dann fragt man sich schon, ob etwas Konkurrenz nicht gut täte.
Verfasst: 26. Januar 2009 18:45
von sysco
Borg lebt in Italien und dieser deutsche Milliardär - nun ja, viele dieser Leute geben sich völlig der Arbeit hin und definieren sich nur damit.
Ich habe mal einen kurzen Bericht zu einem anderen dieser Sorte im ähnlichen Alter gesehen. Darin wurde hoch und goldig gelobt wieviel er doch getan hat um die Firma so weit zu bringen. Nebenbei hatte er noch eine Familie, die ihn aber kaum sah...ich glaube, das zweite würde in Schweden aufgrund des Gesellschaftsverständnisses nicht möglich sein.
Verfasst: 26. Januar 2009 22:11
von Uffe
hansbaer hat geschrieben:der IKEA-Chef wohnt beispielweise in der Schweiz.
Da bezahlt er wenigstens Sozialabgaben, wenn ich das richtig sehe.
Ansonsten hast Du natürlich Recht. Viele der Superreichen verlassen ja nicht nur Schweden, sondern auch Deutschland fluchtartig.
Noch mal zum Milliardär:
sysco hat geschrieben:... ich glaube, das zweite würde in Schweden aufgrund des Gesellschaftsverständnisses nicht möglich sein.
Das ist einer der Fehler, die ich gemeint habe. Nichts gegen Menschen, die zielstrebig ein Unternehmen aufbauen und immer weiter vergrößern, aber das kann nicht der alleinige Lebenszweck sein.
Der andere war, wie ich zumindest vermute, dass er aus Gewinnsucht einen großen Teil des Vermögens "verzockt" hat. Wenn es so ist, gönne ich es ihm - von Herzen.
Ich bitte Euch um

, jetzt wird es langsam
Bei der Ausgangsfrage dieses Themas musste ich meine Meinung loswerden
Uffe
hat sich wieder abgeregt und gelobt Besserung 
Verfasst: 26. Januar 2009 22:53
von sysco
Uffe hat geschrieben:Der andere war, wie ich zumindest vermute, dass er aus Gewinnsucht einen großen Teil des Vermögens "verzockt" hat. Wenn es so ist, gönne ich es ihm - von Herzen.
Nun - ich habe die deutschen Nachrichtenmeldungen verfolgt.
Er hat auf Posche Aktien gesetzt. Genauer gesagt, daß der Wert richtig stark fällt. Der Wert explodierte aber nahezu. Da hat Porsche auch nicht ganz unschlau gehandelt mit Unternehmensmeldungen. Porsche hat damit seine Bilanz quasi vergoldet. Und wenn jemand aus dem großen Topf ganz viel kriegt, dann muss jemand anderes ganz viel hergeben.
Damit hat er sich ganz klassisch verzockt. Oder wie vor kurzem nach Bekanntwerden eines ersten Ausmaßes der Finanzkrise ein milliardenschwerer Hedge-Fons-Manager zitiert wurde: "Die waren alle so blöd und haben mir vertraut."
Nun, viele Superreiche verlassen Deutschland Richtung Steuerparadiese und das tun auch Schweden und andere Nationalitäten. Die schauen sich an, wieviel sie geleistet bzw. verdient haben und was andere. Und wenn andere nichts tun, ob gewollt oder ungewollt, dann fragen sie sich die Reichen, wieso sie die Nichts- oder Wenigtuenden unterstützen sollen. Ich glaube, den Konflikt kann man so schnell nicht lösen. Denn, wieso sollte ein Steuerparadies seine Vorteile hergeben, damit einem schlechter Organisierten Land die Reichen nicht weglaufen ? Das Problem ist wirklich komplex. Ich glaube aber, daß Schweden nicht an die vielfältigen Problematiken Deutschlands rankommen wird, schon aufgrund der Bevölkerungsgröße. Das wäre nun auch ein sehr komplexes Thema, mit dem sich Wissenschaftler beschäftigen - die mehr Ahnung haben als ich.
Und: unterschiedliche Systeme haben oft den Hintergrund unterschiedlicher Mentalitäten.
Verfasst: 26. Januar 2009 23:24
von hansbaer
sysco hat geschrieben:Nun, viele Superreiche verlassen Deutschland Richtung Steuerparadiese und das tun auch Schweden und andere Nationalitäten. Die schauen sich an, wieviel sie geleistet bzw. verdient haben und was andere. Und wenn andere nichts tun, ob gewollt oder ungewollt, dann fragen sie sich die Reichen, wieso sie die Nichts- oder Wenigtuenden unterstützen sollen. Ich glaube, den Konflikt kann man so schnell nicht lösen. Denn, wieso sollte ein Steuerparadies seine Vorteile hergeben, damit einem schlechter Organisierten Land die Reichen nicht weglaufen ? Das Problem ist wirklich
Das ist jetzt aber eine reichlich verzerrte Darstellung.
Sicherlich kann man über Leistungsfähigkeit etc. lange philosophieren, aber es ist nicht gerecht, dass ein Herr Schumacher fürs Autofahren 100 Mio. Euro im Jahr verdiente. Natürlich konnte er es besser als jeder andere, aber der Mehrverdienst steht in keinem Verhältnis zur Mehrleistung.
Es hat sehr viel mit Glück zu tun. Viele Leute schuften tagtäglich viele Stunden und sind froh, wenn sie einigermaßen davon leben können. Die Attitüde eines Herr Ackermann, der glaubt, er alleine habe mit seiner Brillanz das Universum erschaffen, ist zum Kotzen.
Die großen Länder als "schlechter organisiert" hinzustellen ist ebenso absurd. Ein Kleinstaat wie Monaco oder Liechtenstein muss einen großen Teil der hoheitlichen Aufgaben nicht wahrnehmen. So ein Land braucht keine Armee, keine Zentralbank, keine eigene Währung, kein eigenes Postwesen, keine Hochschulen und nur wenige Botschaften, weil sie das meist auf umliegende Länder abtreten können. Die Landespolitik ist die einer Kleinstadt, aber trotzdem verfügt ein solches Land über alle Rechte, die einen souveränen Staat auszeichnen - darunter eines der vornehmsten, nämlich das Recht der Besteuerung. Auf die Art kann man es sich bequem machen und ein Steuerparadies werden. Bei den Summen, die jedes Jahr nach Liechtenstein und Monaco geschafft werden, braucht es nur verschwindend geringe Steuersätze, um ein hübsch herausgeputztes Staatswesen zu unterhalten.
Verfasst: 26. Januar 2009 23:37
von sysco
Nun, das mit der Leistungsfähigkeit ist eine Sache, die wie Aktienwerte sehr oft auf theoretischen Annahmen und Blasenbildung basieren. Irgend jemand ist bereit dafür zu zahlen.
"schlecht organisiert" war eine schlecht gewählte Formulierung und mit deiner Darstellung hast du Recht.
Nun ja, solange solche Kleinstaaten ihre Vorzüge behalten (und sie haben vorerst keinen Grund sie abzugeben) wird es immer diese Flucht geben.
Liechtenstein musst aber seit seiner kürzlichen Steueraffäre schon Federn lassen, auch in Richtung USA.
Ihr seid ja alle so brav
Verfasst: 27. Januar 2009 11:43
von Gast Schweden
Also mal ehrlich, wenn man sich die Hälfte der Beiträge so durchliest, dann müsst ihr ja alle super brav sein. Brave Steuerzahler, immer alle Regeln beachten (auch die Verkehrsregeln) und auch sein Auto brav in Schweden anmelden. Genau!
Alle die den Beitrag jetzt als "unmöglich" und "Frechheit" betitelt haben, sollten sich doch mal an die eigene Nase fassen.
Klar unterstütze ich in keiner Weise die Schwarzarbeit, aber ich finde, ihr müsst die Menschen die solche Fragen stellen nicht immer gleich in die Schranken weisen. Man hätte weder in DE noch in SE eine gute Stellung und sowas konnte ich hier lesen. Oh mein Gott, die Einstellung hier ist doch wirklich manchmal zum ...! Antworten mit Hinweisen zum Steuersystem und sowas sind auf jeden Fall hilfreicher.
Jedesmal wenn einer hier eine "dumme" Frage stellt, bekommt er noch viel "dümmere" Antworten. Das bezieht sich natürlich nicht auf alle, denn die Info mit dem Ding vom Skatteverket ist sicherlich hilfreich gewesen.
Manche sollten aber ihren Frust einfach mal woanders rauslassen, dann wird das hier sicher wieder ein 100% informatives Forum.
So, nun könnt ihr mich angreifen, bin bereit
Aber nochmal, es sind auch gute Antworten dabei und das ist der Grund, warum ich noch mitlese. Aber schaut euch die Beiträge mal genau an und ihr werdet verstehen was ich meine.
Tack und bis dann
Re: Ihr seid ja alle so brav
Verfasst: 27. Januar 2009 12:02
von hansbaer
Es gibt Leute, die 5 km/h zu schnell fahren, und welche, die 40 km/h zu schnell fahren.
Dass jemand nicht jede Öre, die er irgendwann mal bekommen hat, auch immer genau versteuert, ist klar. Da würde schon der Aufwand in keinem Verhältnis stehen.
Die Anfrage war aber so gestellt, dass er eine Nebenbeschäftigung, also eine längerfristig angelegten Sache, aufnehmen und soviel wie möglich dabei verdienen will. Er hatte also offenkundig nicht die Absicht, irgendwelche Steuern bezahlen, da dies ja den Gewinn geschmälert hätte.
Es ist leider eine sehr deutsche Einstellung, Schwarzarbeit als Kavaliersdelikt zu betrachten, weil "das ja alle machen". Das hat man gesehen, als der Herr Zumwinkel verurteilt wurde. Sowas verstärkt nur noch mehr den Eindruck, dass es ja nicht so schlimm sei, wenn man Geld am Fiskus vorbeischiebt.
Re: Ihr seid ja alle so brav
Verfasst: 27. Januar 2009 12:07
von sysco
Zunächst mal, Gast Schweden, wieso so anonym ?
Gast Schweden hat geschrieben:Also mal ehrlich, wenn man sich die Hälfte der Beiträge so durchliest, dann müsst ihr ja alle super brav sein. Brave Steuerzahler, immer alle Regeln beachten (auch die Verkehrsregeln) und auch sein Auto brav in Schweden anmelden. Genau!
Ich gehe über rote Ampeln, wenn ich damit niemanden gefährde oder störe.
Verfasst: 27. Januar 2009 12:25
von filainu
nochmal zum Thema krankenkassen in Deutschland, ich kann jeden verstehen, der wenn er kann in eine private wechselt, ich persönlich würde es auch sofort machen wenn ich nur könnte.
Mein Freund ist privat versichert, ich beneide ihn, der bekommt die Behandlung, die wirklich hilft, der bekommt einen Termin in 4 wochen wo ich über ein halbes Jahr warten muß, er muß nicht die 10 Euro ahlen, er zahlt nix bei Medikamenten zu.............um Glück heiraten wir wohl dieses Jahr, dann können wenigstens die Kinder mit in die private, denn ich finde es wichtig das besonders diese eine ordentliche medizinische Behandlung bekommen
Das wird ja hier immer schlimmer, mittlerweile zahlt man ja sogar bei medikamenten für Kinder zu es sei denn man nimmt preiswerte Präparate aus dem ausland. Ja kann denn so was sein? Ist ja nun nicht so das man nur paar cent jeden Monat einzahlt, also ich zahle mehr als mein Freund ein und bekomme wesentlich weniger dafür
Verfasst: 27. Januar 2009 15:16
von nightbow
(gelöscht - sorry leute)
Verfasst: 27. Januar 2009 16:49
von Framsidan
Gast Schweden und Gast warum in ein anderes Land ziehen wenn man nur unehrliche Absichten hat?????
Was ist wenn du krank wirst oder was passiert? Sollen dann wir anderen Steuerzahler die ehrlich ihr eSteuern hier zahlen, dir helfen? Oder die Krankenkasse die aus unseren Steuermitteln finanziert wird????
Kann ich mich nicht einfügen in einem anderen Land dann habe ich nichts dort zu suchen.
Verfasst: 27. Januar 2009 19:00
von sysco
nightbow hat geschrieben:"brav steuern zahlen und brav an die regeln halten" - ja diese eigenschaft ist irgendwie schwedischer als deustcher. ich muss doch nicht auf einem vollen supermarktparkplatz um biegen und brechen mir einen parkplatz erkämpfen nur weil ich vorfahrt habe. ich muss doch nicht um biegen und brechen den besten preis erzielen, am meisten verdienen, am wenigsten steuern zahlen, am schnellsten von a nach b kommen. und wenn ich "merke" dass ich all das nciht muss, dann fahre ich auch nciht zu schnell und zahle auch meine steuern. (5km/h zu schnell und rote ampeln bei denen kein verkehr ist hat damit ja ncihts zu tun). ich bin doch nichts besser als du, also warum sollte ich danach streben.
warum?
warum nicht!
Du hast absolut Recht! Ich erinnere an dieser Stelle an unsere Diskussion im Thread
Schlaraffenland Schweden, Bananenrepublik Deutschland????? (ich hoffe, das war in diesem Thread, zumindest in diesem Bereich)
Genauer die Sache mit dem Jantegesetzt. Das ist eine kulturelle Sache, die sich im Norden entwickelt hat. Das wird ein "normaler" Deutscher (je älter, desto weniger) der Schweden noch nie oder nicht richtig erlebt hat, nicht verstehen.
Entweder man ist mit dieser Mentalität aufgewachsen und versteht es - oder man ist open minded genug um sich selbst und seine Umwelt zu reflektieren.
Aktuelles Beispiel zum "Supermarkt". Ich ware eben im Supermarkt, zur rush-hour. Volles Haus, stolperst fast schon über die Menschen. Die Leute passen auf, daß sie sich nicht gegenseitig über den Haufen rennen. Dazu bedarf es natürlich, daß man schon mal paar Sekunden stehen bleibt und selber ein paar Leute vorbeilässt, weil man nicht weiterkommt. Und nicht sich sagt "ich habe es eilig, ich drängele". Der Geräuschpegel - nun ja, es gibt ihn kaum. Die normalen "Umweltgeräusche" halt.
Natürlich gibt es auch Leute, die sich mal drängeln, es eilig haben. Dann passen die anderen eben etwas auf oder wenn ich mal schneller will, dann passen die anderen auch mal besser auf. Aber es ist nicht dieses durchsetzen müssen, um jeden Preis. Wozu den Stress ?
Diese Beispiel ist zwar etwas Off-Topic, aber passt zum Thema "andere Mentalität".
Kulturen wurden "erfunden" um eine Gesellschaft auf gemeinsame Werte einzustimmen. Staaten wurden gegründet um Einheiten zu bilden. Steuern werden erhoben, damit man alles was gemeinsam ist, auch gemeinsam finanziert. Der Staat geht mit seinem Geld oft genauso schlecht um, wie viele Familien mit der Familienkasse. Für den Staat ist es aber schwieriger, weil es viel mehr Interessen gibt. Von daher, die Steuern zu verdammen bzw. hintergehen zu müssen...das ist Egoismus und die Kulturen gibt es, damit der Einzelegoismus nicht überhand nimmt.
Egoismus ist ja nicht schlecht. Jeder der überleben will, muss einen gewissen Überlebenssinn haben, der ihm sagt, daß zuerst mal das eigene Überleben gesichet werden muss. In der Gemeinschaft ist man aber stärker, darf aber nicht mehr so egoistisch sein.
Soweit dieser Roman.
Verfasst: 27. Januar 2009 23:12
von Gast Schweden
nightbow hat geschrieben:"brav steuern zahlen und brav an die regeln halten" - ja diese eigenschaft ist irgendwie schwedischer als deustcher. ich muss doch nicht auf einem vollen supermarktparkplatz um biegen und brechen mir einen parkplatz erkämpfen nur weil ich vorfahrt habe. ich muss doch nicht um biegen und brechen den besten preis erzielen, am meisten verdienen, am wenigsten steuern zahlen, am schnellsten von a nach b kommen. und wenn ich "merke" dass ich all das nciht muss, dann fahre ich auch nciht zu schnell und zahle auch meine steuern. (5km/h zu schnell und rote ampeln bei denen kein verkehr ist hat damit ja ncihts zu tun). ich bin doch nichts besser als du, also warum sollte ich danach streben.
warum?
warum nicht!
(sind das eigentlcih die spätfolgen von gestapo und stasi, dass die interessanten (provokativen) beiträge immer "anonym" erscheinen?)
Das ist voll schwedisch und dass was ich gut finde. gut gesprochen.
Framsidan schrieb:
Gast Schweden und Gast warum in ein anderes Land ziehen wenn man nur unehrliche Absichten hat?????
Was ist wenn du krank wirst oder was passiert? Sollen dann wir anderen Steuerzahler die ehrlich ihr eSteuern hier zahlen, dir helfen? Oder die Krankenkasse die aus unseren Steuermitteln finanziert wird????
Kann ich mich nicht einfügen in einem anderen Land dann habe ich nichts dort zu suchen.
Ich möchte mich davon distanzieren. Ich betreibe keine Schwarzarbeit und finde sie auch nicht gut. Ich habe nur gesagt, dass nützliche Antworten besser sind als draufzuschlagen. Was du am ende wieder geschrieben hast ist so deutsch, dass ein schwede sich doch an den kopf fassen. darüber solltest du mal nachdenken.
Ich wünsche euch allen einen schönen abend

Verfasst: 27. Januar 2009 23:50
von sysco
Mir kommt das hier gerade wie Streitsucht vor. Entscheidet selbst für wen das typisch ist.
Verfasst: 28. Januar 2009 08:01
von Framsidan
Gast du kannst dich beruhigen denn ich war noch nie typisch deutsch.
Wäre ich das hätte ich wohl keinen so grossen schwedischen Freundes/Bekanntenkreis. Auch wäre mein Leben in den 29 Jahren hier nicht so reibungslos verlaufen.
Verfasst: 28. Januar 2009 08:55
von hansbaer
Ehrlich gesagt halte von Mentalitätsdiskussionen wenig.
Sicherlich existiert so etwas wie eine Mentalität, aber sie ist nicht unmittelbar greifbar, auch wenn alle das gerne glauben. Sicherlich sind viele Dinge eher deutsch oder schwedisch, aber wenn wir jetzt anfangen, uns gegenseitig als typisch deutsch zu titulieren, führt das ins Nirgendwo.
Verfasst: 28. Januar 2009 13:24
von teddybjörn
typisch deutsch oder schwedisch...naja eine solche diskussion halte ich grundsätzlich für falsch, denn solche verallgemeinerungen passen sowieso nie!
ich habe genug freunde im ausland (nicht nur schweden), um sagen zu können, dass es keine typischen verhaltensweisen sortiert nach staatszugehörigkeit gibt.
vielmehr möchte ich behaupten, dass es sehr wohl verhaltensweisen gibt, denen eine masse folgt, doch dieses dann aufgrund des angeborenen herdentriebs oder weils grad "in" ist...aber mehr auch nicht.
wie dem auch sei...wir sind alle gleich, bis auf die unterschiede...nich nich...
so long
Verfasst: 29. Januar 2009 11:01
von Brelinger
Gast Schweden hat geschrieben:
Framsidan schrieb:
Kann ich mich nicht einfügen in einem anderen Land dann habe ich nichts dort zu suchen.
.....Was du am ende wieder geschrieben hast ist so deutsch, dass ein schwede sich doch an den kopf fassen. darüber solltest du mal nachdenken.....
Ähhm will mich hier nicht gross einmischen, aber ich geb' da Framsidan eher recht als dem Gast. Hört man mal hinter die Kulissen, so ist "der Schwede" genauso wie "der Deutsche" doch schon mal dieser Meinung.
Je näher man den Leuten hier kommt, desto mehr hört man schon mal eine solche Meinung. Aber auch hier gilt: Jeder sieht die Welt mit eigenen Augen.
Wir Europäer sind schlussendlich sowieso unheimlich liberal - reist mal nach in die arabische Welt oder nach Asien - da ist Anpassung Grundvoraussetzung, gerne mit staatlicher Hilfe

Verfasst: 29. Januar 2009 14:23
von spanni
Das denke ich auch, Breilinger. Ich kenne einige waschechte Schweden die fürn paar 100ter auch mal was nebenbei machen würden. Also ist dies mit Sicherheit kein deutsches Problem. Ob man dies moralisch unterstützen sollte oder nicht ist jedem selbst überlassen.
Ich denke eher, es war unklug eine solche Frage zu stellen. Und zur sogenannten Schwarzarbeit gehören immer zwei, gelle.
Sicherlich können die S alles gelassener sehen wie in einigen Beispielen beschrieben. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass D fast 10 mal mehr Einwohner hat und wesentlich kleiner und anonymer ist. Da ist hektik, Distress vorprogrammiert.
Verfasst: 30. Januar 2009 13:40
von Brelinger
Hej Spanni,
stimme Deinem Post voll zu. Meinte mit meinem Zitat allerdings eher die Aussage "wenn man sich nicht anpassen kann - hat man nichts zu suchen"....
Die Einstellung findet man in SWE, DE und eben verstärkt in vielen anderen Teilen der Welt....das scheint für uns Deutsche immer sehr national & engstirnig.
Wird aber eben in anderen Teilen der Welt notfalls mit Zwang durchgesetzt.
So, jetzt schönes Wochenende Euch, der Brelinger!