Krankenversicherung (GKV / PKV) stilllegen bei 1 Jahr ?

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werner&gisela
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Krankenversicherung (GKV / PKV) stilllegen bei 1 Jahr ?

Beitrag von werner&gisela »

Moin

Meine Frau (freiwillig GKV) und ich (PKV) gehen für 1 Jahr nach Schweden. Meine Firma zahlt beim Versicherer EUROPEISKA eine Auslandskrankenversicherung für uns beide. Die Versicherung ist vergleichbar mit einer Auslandskrankenversicherung nur für etwas länger als ein Urlaub. Es könnte außerdem sein, daß sich Nachwuchs in der Schwedenzeit einstellt :)

Unsere erste Idee ist unsere Krankenversicherungen in Deutschland still zu legen (Anwartschaft etc.) um die monatlichen Gesamtkosten von ca. in Höhe 700 € für das 1 Jahr einzusparen. Natürlich wollen wir auch im Ernstfall "rundum" versorgt sein :)

Meine Personalreferentin rät mir die deutschen Versicherungen voll aufrecht zu erhalten und mein Bekannter (in absolut vergleichbarer Expad-Situation in den USA) rät das Risiko einzugehen, d.h. alles tilllegen und die kleineren Rechnungen notfalls selber zu bezahlen.

Ein klassischer Interessenkonflikt? Hat irgendjemand ähnliche Erfahrung gemacht und Ratschläge bei der Hand?

Vielen Dank schon einmal im Voraus !!

PS: Ich weiß, ich muß die Bedingungen der EUROPEISKA näher anschauen, um eine fundiertere Antwort vorzubereiten, aber dieser Stelle interessieren uns generelle Erfahrungen anderer?
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trikont
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Beitrag von trikont »

Hallo

kann Dir nur wegen der PKV berichten wegen Auslandsaufenhalt
in NZ. Hatte damals Anwartschaft ca 50 € im Monat durchbezahlt
denn ansonsten verlierst Du deinen Status
also Alter und Gesundheitsstand zum Zeitpunkt Eintritt als auch deine Rücklagen.
Halte es also für keine gute Idee das ganz stillzulegen.

Da es außerhalb EU war ist insoweit kein Schutz gegeben gewesen.
Da Du jetzt in der EU bleibst würde ich mal fragen ob der Schutz nicht
bestehen bleibt und auf die andere Versicheung verzichten.

Gruß
Schweden ist nicht alles aber
ohne Schweden ist alles nix
Brelinger
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Beitrag von Brelinger »

Hast Du schon mal mit Deiner Krankenkasse gesprochen?
Evtl. haben die ja ein Angebot für solche Fälle. Vor allem, weil es innerhalb der EU ist. Meist kan man dort eine einfache "Zusatzversicherung" abschliessen.
(Ansonsten ist der ADAC bei einem Jahr recht günstig)

Generell würde ich wegen 700 Euro, auch wenn es viel Geld ist, nicht an der Gesundheit sparen. Nen Bruch und passende OP kann mal eben das 10fache kosten....

Ist meiner Meinung nach ein Interessenkonflikt.... Und wenn die Firma die Auslandsversicherung eh schon trägt, dann habt ihr doch keine Extrakosten.

Da Du ausserdem schreibst, ihr wollt rundum sicher sein ist die Antwort doch schon gefallen, oder ;-)

cheers!
Das Leben ist ein Match!
filainu
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Beitrag von filainu »

zumal wenn sich eventuell nachwuchs einstellt, dann würde ich auf jeden Fall alles su lassen was ist z.b. wenn deine frau schwangerschaftsbedingt nicht mehr arbeiten kann? von der deutschen kasse gibt es dann geld (wobei ich aber nicht weiß ob die auch zahlt wenn ihr in schweden seid)
nightbow
Beiträge: 350
Registriert: 16. Juni 2007 21:21

Beitrag von nightbow »

(gelöscht - sorry leute)
Zuletzt geändert von nightbow am 5. März 2010 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
werner&gisela
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Registriert: 28. Mai 2009 09:35

Beitrag von werner&gisela »

Moin

Danke für alle bisherigen Beiträge.

Meine Firma zahlt die Auslandskrankenversicherung bei der EUROPEISKA für mich und meine Frau (ob auch evt. Kind klärt sich gerade) so oder so.
Die Frage ist wir unserer GKV bzw. PKW stillegen und damit ca. 700 € monatlich sparen ohne ein zu großes Risiko im Gesundheitsfall einzugehen. Im Prinzip sind wir das 1 Jahr doppelt versichert. Wir wollen natürlich beides - Geld einsparen und dennoch rundum geschützt sein :)

PS: Ich muß noch mit der GKV, PKV und EUROPEISKA reden, um deren Empfehlung zu hören.

Einen schönen Abend noch
strillo
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Beitrag von strillo »

Ganz verstehen kann ich das auch nicht.
Wenn der Arbeitgeber dich auf bestimmte Zeit nach Schweden versetzt kannst Du trotzdem weiterhin in der deutschen Sozialversicherung bleiben. Es gibt ein Abkommen in der EU das solche Fälle regelt (E101). D.h. Du zahlst in Schweden Steuern aber in Deutschland die Beiträge zur Sozialversicherung. Dann braucht dein Arbeitgeber auch keine Europeiska Versicherung abzuschließen. Du bist dann ganz normal in D Krankenversichert, zahlst in die Rente ein, usw.
Die andere Möglichkeit wäre eben sich komplett in Schweden anzumelden und dann wärst Du ja sowieso in der schwedischen Krankenversicherung, brauchst also die deutsche nicht mehr.
Vielleicht solltest Du das mal mit deinem Arbeitgeber genauer besprechen. Solche Fälle sind doch eigentlich bekannt. Wir wurden ausserdem von einem Relocation Service unterstützt. Das solltest Du auf jedem Fall mit deinem Arbeitgeber aushandeln.
Brelinger
Beiträge: 101
Registriert: 12. November 2008 08:49
Wohnort: Jönköping

Beitrag von Brelinger »

Strillo hat Recht.... es gibt da irgendwelche Entsendungsmodalitäten.....
Evtl. erstmal bei den Kassen fragen - mein Reden!

Verstehe nicht, dass Dein Arbeitgeber da nicht besser bescheid weiss. Wozu gibt es denn Personaler - ist schliesslich deren Job!



@nightbow:
Warum beim ADAC?

Weil die allgemeine Krankenkasse nur 6 Wochen im Ausland gilt. Danach muss man das anmelden. In der Praxis funzt das auch so, weils keiner richtig nachweisen kann.

Deshalb ADAC - aber eben nur wenn es länger ist. Dann kann man dort für ca. 45 Euronen 1 Jahr absichern oder so.....(die bieten das von 3 Monate - 2 Jahre oder so an)


CHEERS!
Das Leben ist ein Match!
nightbow
Beiträge: 350
Registriert: 16. Juni 2007 21:21

Beitrag von nightbow »

(gelöscht - sorry leute)
Zuletzt geändert von nightbow am 5. März 2010 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
werner&gisela
Beiträge: 9
Registriert: 28. Mai 2009 09:35

Finale Antwort

Beitrag von werner&gisela »

Hallo

Erst einmal noch mal vielen Dank für Eure Antworten!

Im folgenden kurz wie wir es gemacht haben und warum:

Bei meiner PKV habe ich die große Anwartschaft beantragt inklusive Stillegung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sollte der Ernstfall (schwere Krankheit, die die Versicherung Europeiska im Ausland nicht abdeckt) eintreten, muß mir die PKV eine Absicherung mindestens im Basistarif inklusive Pflegeversicherung anbieten (= Mindestniveau einer GRV). Dann hätte ich für den Zeitraum der Anwartschaft die Kosten für den Basistarif und die der Anwartschaft. Aus diesem Grund habe ich auch die Anwartschaft erstmal nur für ein halbes Jahr beantragt. Das Kostenrisiko beschränkt sich somit fast lediglich auf eventuelle initiale Kosten.

Bei meiner Frau und ihrer GKV haben wir die KV und Pflegeversicherung storniert. Bei der Pflegeversicherung haben wir noch etwas überlegt, da diese mindestens 5 Jahre durchgehend eingezahlt werden muß, bevor diese im Ernst/Pflegefall greift. Der monatliche Beitrag beträge nur 45 Euro. Aber nach etwas Hin&Her sind wir das Risiko eingegangen. Wie auch immer, bezüglich der GKV ist die Versicherung immer verpflichtet, meine Frau wieder aufzunehmen. Aus diesem Grund beschränkt sich auch das Kostenrisiko auf eventuelle initiale Kosten.

Es gibt insgesamt keine goldene Regel für diese Entscheidung. Jeder muß es für sich selbst ausmachen, wieviel Risiko er in seinem Alter und seiner Krankheitsvorgeschichte eingehen möchte. Wir haben im Bekanntenumfeld auch viel warnende Stimmen gehört, die sich beim Nachfragen aber meistens auf Unkenntnis zurückfüühren ließen. Ich denke, in Deutschland ist eine Vollversicherungsmentalität vorhanden, die man im Einzelfall schon mal hinterfragen kann und das Krankenkassen sich dahingehend eher bedeckt halten, liegt in der Natur der Sache, muß aber sagen ich war in unseren Fällen von der sachlichen Beratung eher überrascht.

Alles wird gut und in diesem Sinne!

Werner & Gisela
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