Wie gut sind die schwedischen Krankenversicherungen?

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silke-haens
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Wie gut sind die schwedischen Krankenversicherungen?

Beitrag von silke-haens »

Hallo,

hier wieder einige neue Fragen: Ist es sinnvoll sich eine Quasi-Auslandskrankenversicherung in Deutschland zu behalten, für den Fall, dass die schwedische KV nicht ausreicht? Ich denke da so an eine Zahnzusatzversicherung...
Und wie kann ich ein Konto in Deutschland behalten, obwohl mein Wohnsitz in Schweden ist? Geht das? Man hat ja laufende Kosten und es scheint doch zunächst mal viel sinnvoller einmal einen Betrag von Schweden nach Deutschland zu überweisen, als alle Versicherungsgeber ect. anzuschreiben und Kontonummern zu ändern. V.a. vor dem Hintergrund, dass man ja nicht weiß, ob man in Schweden wirklich dauerhaft heimisch wird... Der Wunsch ist ja da, aber wir müssen uns der Realität ja erst einmal gestellt haben, bevor man letzte Sicherheiten kappt. Oder sind wir zu vorsichtig?

Ich hoffe, das sind keine "dummen" Fragen und wünsche euch einen schönen Abend.

Silke :god:
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hansbaer
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Re: Wie gut sind die schwedischen Krankenversicherungen?

Beitrag von hansbaer »

silke-haens hat geschrieben: hier wieder einige neue Fragen: Ist es sinnvoll sich eine Quasi-Auslandskrankenversicherung in Deutschland zu behalten, für den Fall, dass die schwedische KV nicht ausreicht? Ich denke da so an eine Zahnzusatzversicherung...
Ich nehme stark an, dass es sowas einfach gar nicht gibt. Der Markt für Auslandszahnzusatzversicherungen für Auslandsdeutsche dürfte doch sehr klein sein.
Sowas wirst du wahrscheinlich schon in Schweden abschließen müssen.

Die KV ist auch, wenn man mal von den Zähnen absieht, auch ähnlich umfassend wie in Deutschland. Eine Zusatzversicherung ist also nicht unbedingt notwendig.
Das Problem liegt eher in der Wartezeit auf Behandlungen, aber das hat ja weniger etwas mit der KV zu tun.
Und wie kann ich ein Konto in Deutschland behalten, obwohl mein Wohnsitz in Schweden ist? Geht das? Man hat ja laufende Kosten und es scheint doch zunächst mal viel sinnvoller einmal einen Betrag von Schweden nach Deutschland zu überweisen, als alle Versicherungsgeber ect. anzuschreiben und Kontonummern zu ändern. V.a. vor dem Hintergrund, dass man ja nicht weiß, ob man in Schweden wirklich dauerhaft heimisch wird... Der Wunsch ist ja da, aber wir müssen uns der Realität ja erst einmal gestellt haben, bevor man letzte Sicherheiten kappt. Oder sind wir zu vorsichtig?
Ein Konto in D zu behalten geht natürlich - ist ja EU. Dieser Tage würde ich die Euros auch möglichst dort lassen, wo sie sind, denn die Krone ist derzeit schwach, und Rechnungen in Euro zu bezahlen ist für den Schwedenkroneninhaber ein teurer Spaß.

Man teilt seiner Bank einfach mit, dass man nun Steuerausländer ist und wo man wohnhaft ist. Ging bei mir ohne Probleme.

Mir kommt es so vor, als ob du annimmst, eine Bankeinzugsermächtigung ginge auch über Ländergrenzen. Das geht meines Wissens nicht.
Am einfachsten ist es, diese Sachen wie gehabt weiterlaufen zu lassen und das Euro-Konto bei drohendem Fall ins Soll von Schweden aus wieder etwas zu befüllen.
silke-haens
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vielen Dank, hansbaer!

Beitrag von silke-haens »

Und wieder ein Stück weiter... Die Vorteile der EU, na klar, soweit habe ich noch nicht gedacht :(

UNd der KV-Gedanke ist mir durch eine "Globetrotterin" gekommen, die eine KV abgeschlossen hat, für ihre Heimaturlaube. Die nutzt sie nämlich für Routine-Cheks und/oder Zusatz-Behandlungen, die im Ausland nicht (so gut/schnell) gehen. Sie ist Tourmanagerin auf einem Kreuzfahrtschiff, was Arztbesuche tatsächlich erschwert.

Wahrscheinlich zu viele unnötige Gedanken. Nochmals vielen Dank.
Silke
üffy
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Beitrag von üffy »

Wenn du nach Deutschland zurück kommst auf Besuch ist das durch die ganzen Eu-Länder, das du ein Formular beim Arzt ausfüllst und dir eine Krankenkasse für die Zeit aussuchst. Du mußt deine Eu-Krankenversicherungskarte mitnehmen. Auf das formular wird geschrieben die Nr. der Karte, deine Versicherungsnummer, wo du dich in D genau aufhälst und aus welchem Land du kommst, Ach ja wie lange du auch in D auf Urlaub bist. Dann verrechnet die deutsche Krankenkasse das mit deiner schwedischen. Das läuft ohne Probleme. Haben auf Arbeit oft welche die auch aus Schweden kommen. Man muss nur das Formular ausfüllen und der Rest erledigt sich von selbst.
Framsidan
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Beitrag von Framsidan »

Silke wenn es mit deiner Versicherung möglich ist dass du sie behältst trotzdem du in schweden wohnst , dann würde ich sie behalten.

Denke aber da mehr an die allgemeine Krankenzusatzversciherung. Ist es möglich, dann behalte sie.

Warte zur Zeit auf termin bei einem rückenspezialisten. Das geht nun seit Ende August 2008. Man redet zwar von Vårdgaranti hier aber das kann man ganz gut ausdehnen wenn man z.B. 2 Monate wartet um einen Brief zu schicken.

Im Januar wurde mir mitgeteilt dass sie sehr lange Wartezeiten hätten und ob ich auch woanders hingehe. Mit wendender post zurück geschickt dass ich damit einverstanden bin.

Heute, den 11. März bekam ich einen Brief dass sie mich nun weiterschicken. Also warten bis der dort ankommt und dann wann ich termin dort bekomme.

Mitte Juli 2008 bin ich im Badezimmer gestürzt und warte immer noch auf Spezialist.........
silke-haens
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Danke für den Tipp

Beitrag von silke-haens »

üffy hat geschrieben:Wenn du nach Deutschland zurück kommst auf Besuch ist das durch die ganzen Eu-Länder, das du ein Formular beim Arzt ausfüllst und dir eine Krankenkasse für die Zeit aussuchst. Du mußt deine Eu-Krankenversicherungskarte mitnehmen. Auf das formular wird geschrieben die Nr. der Karte, deine Versicherungsnummer, wo du dich in D genau aufhälst und aus welchem Land du kommst, Ach ja wie lange du auch in D auf Urlaub bist. Dann verrechnet die deutsche Krankenkasse das mit deiner schwedischen. Das läuft ohne Probleme. Haben auf Arbeit oft welche die auch aus Schweden kommen. Man muss nur das Formular ausfüllen und der Rest erledigt sich von selbst.
Hallo Üffy,
danke für deine Informationen, das hört sich gut an. Ist eine EU-KV-Karte eine besondere Karte oder sind mittlerweile alle KV-Karten EU-Karten im EU-Raum?
Würde mich freuen, wenn du mir auch das beantworten könntest.

Nochmals DAnke und einen schönen Abend.
Silke
silke-haens
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Hallo Framsidan...

Beitrag von silke-haens »

Framsidan hat geschrieben:Silke wenn es mit deiner Versicherung möglich ist dass du sie behältst trotzdem du in schweden wohnst , dann würde ich sie behalten.

Denke aber da mehr an die allgemeine Krankenzusatzversciherung. Ist es möglich, dann behalte sie.

Warte zur Zeit auf termin bei einem rückenspezialisten. Das geht nun seit Ende August 2008. Man redet zwar von Vårdgaranti hier aber das kann man ganz gut ausdehnen wenn man z.B. 2 Monate wartet um einen Brief zu schicken.

Im Januar wurde mir mitgeteilt dass sie sehr lange Wartezeiten hätten und ob ich auch woanders hingehe. Mit wendender post zurück geschickt dass ich damit einverstanden bin.

Heute, den 11. März bekam ich einen Brief dass sie mich nun weiterschicken. Also warten bis der dort ankommt und dann wann ich termin dort bekomme.

Mitte Juli 2008 bin ich im Badezimmer gestürzt und warte immer noch auf Spezialist.........

... tut mir leid, dass du solche Probleme hast. Ich hoffe, dir kann bald geholfen werden. Danke für deine Informationen, so weiß ich, dass ich zumindestens bei der KK mal nachfragen werde, falls das mit der EU-KV-Karte Probeme macht. Auch wenn sich das eigentlich ganz gut angehört hat, was Üffy geschrieben hat.

Alles Gute und einen schönen Abend.
Silke
üffy
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Beitrag von üffy »

Alle Länder die zur EU gehören haben inzwischen diese Eu-KVK. Wie gesagt aus Schweden hatte ich schon einige die bei uns auf Arbeit waren. Die hatten alle diese Karte.
hansbaer
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Beitrag von hansbaer »

Kleine Anmerkung am Rande: wenn man nicht mehr in Deutschland wohnt, kann man in der Regel bei einer gesetzlichen Krankenversicherung auch nicht mehr so versichert sein, wie man das vorher war. Eine Ausnahme sind beispielsweise Rentner.

Mir erscheint eine solche Versicherung auch nicht sinnvoll. Wie Framsidan eindrücklich geschildert hat, sind die Wartezeiten das Problem. Die Krankenkasse bezahlt die Behandlung ja - man muss nur ewig warten, bis man sie denn endlich bekommt.

Zur EU-Karte: die heißt ja nicht umsonst europäische Krankenversicherungskarte :-) In Schweden gibt es in der Regel gar keine Karte, aber wenn man mal bei der Försäkringskassan angemeldet ist, kann man sich eine bei denen online bestellen.
WhiteMoose
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Beitrag von WhiteMoose »

hansbaer hat geschrieben:Kleine Anmerkung am Rande: wenn man nicht mehr in Deutschland wohnt, kann man in der Regel bei einer gesetzlichen Krankenversicherung auch nicht mehr so versichert sein, wie man das vorher war. Eine Ausnahme sind beispielsweise Rentner.
Rentner können sich dies aber auch nicht aussuchen oder? Kenne ein Rentnerehepaar die nach Schweden gezogen sind und ihre deutsche KV behalten mussten. Die KV hat gesagt das die monatlichen Beitrage nach Schweden weitergeschickt werden und das Rentner weiterhin in Deutschland versichert sein müssen. Ist das wirklich so richtig? Ich kenne mich da überhaupt nicht mit aus und das Ehepaar fand es doch schon sehr stressig und unübersichtlich.
hansbaer
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Beitrag von hansbaer »

WhiteMoose hat geschrieben:Rentner können sich dies aber auch nicht aussuchen oder? Kenne ein Rentnerehepaar die nach Schweden gezogen sind und ihre deutsche KV behalten mussten. Die KV hat gesagt das die monatlichen Beitrage nach Schweden weitergeschickt werden und das Rentner weiterhin in Deutschland versichert sein müssen. Ist das wirklich so richtig? Ich kenne mich da überhaupt nicht mit aus und das Ehepaar fand es doch schon sehr stressig und unübersichtlich.
Ja, für Rentner ist das so. Sie müssen bei der deutschen KV bleiben und zahlen meines Wissens auch in Deutschland Steuern auf ihre Rente. Es gibt europäische Abkommen, damit auch Rentner die Freizügigkeit ins EU-Ausland genießen können, ohne dass dies den Gaststaat belastet. Dadurch ergeben sich solche speziellen Lösungen.
Framsidan
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Beitrag von Framsidan »

Ich glaube aber dass viele den Zweck der Eu Karte von Försäkringskassan falsch verstehen.

Sie ist dazu da um in Notfällen zum arzt gehen zu können ohne bezahlen zu müssen. Für geplante Behandlungen im ausland ist sie nicht.
hansbaer
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Beitrag von hansbaer »

Wie ich schon öfters gehört habe, tricksen sich die Leute das einfach hin. Dann schreibt der Arzt irgendwas von "akut" auf den Zettel, und die Sache wird abgenickt.

Wer konnte auch vor dem Urlaub ahnen, dass man dringend zum Zahnarzt muss, um den Zahnstein entfernen zu lassen? ;-)
strillo
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Beitrag von strillo »

Wenn jemand aber nach Deutschland fährt um sich eine Brücke oder ein Implantat machen zu lassen und das als akutbehandlung über die schwedische Krankenversicherung abdecken möchte kann er damit rechnen auf den Kosten sitzenzubleiben.

Der Träger der Krankenzusatzversicherung ist ja nicht die Krankenkasse sondern eine externe Versicherungsgesellschaft. In unserem Fall mußten wir fast alle deutschen Versicherungen kündigen weil ihr Geltungsbereich nur Deutschland war. Ich gehe davon aus das es nicht möglich ist eine deutsche Krankenzusatzversicherung zu haben, wenn man in Schweden wohnt. Aber das kann ja jede Versicherung sofort beantworten. Bei uns ging es jedenfalls nicht.

Unsere Konten in D haben wir behalten. Brauchten nur den neuen Wohnort anzugeben. Man sollte aber die Konten auf Onlinebanking umstellen. Wenn man nicht einmal pro Quartal die Kontoauszüge abholt zahlt man nämlich Gebühr.
Norrfan
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Beitrag von Norrfan »

Hej, Zahnarztbehandlung muss man in Schweden ohnehin selbst bezahlen.
Norrfan
Mia
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Beitrag von Mia »

Hej,

ab einer Eigenleistung von 3000 kr. beim Zahnarzt bekommt man von der Försäkringskassan 50% vom Referenzpreis erstattet. Die Summer wird direkt bei Bezahlung abgezogen. Dieser Högkostnadsskydd gilt dann ein Jahr.
Nach Ablauf des Jahres ist man wieder mit 3000 dabei bis es Zuzahlungen gibt.

Im Übrigen kann man sich Zahnbehandlungen auch im Europäischen Ausland machen lassen. Man bekommt in dem Fall die selbe Erstattung die man hier in Schweden bekommen hätte. Man muss innerhalb von 2 Jahren seine Forderung einreichen.

Siehe auch hier:
http://www.forsakringskassan.se/privatp ... rd/eu_ees/

und hier:
http://www.forsakringskassan.se/fakta/t ... /index.php


Gruß Mia
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silke-haens
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Vielen, lieben Dank an euch alle...

Beitrag von silke-haens »

Hallo ihre alle,

danke, danke, danke. Viele wichtige Informationen. UNsere Vorstellungen konkretisieren sich. Werde mich auch intensiv in eure empfohlenen Links einlesen.
Nochmals danke.

Dennoch eine weitere Frage:

Beziehen sich die Wartezeiten bei den Ärzten auch auf die Kinder? Denn bei ihnen lässt sich vieles ja nicht wirklich planen und das, was man als Erwachsener ertragen kann, verstehen die Kinder ja nicht. Sich wiederholene grippale Infekte, bzw. Anginen ziehen in D oft eine zeitnahe MandelOP nach sich. Wie ist das in Schweden?
Meine Frage bezieht sich nicht auf Kopfplatzwunden... ;)

Schöne Grüße.

Silke
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